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9. Juni 2026

Medizinisch geprüfte Texte

Triple Osteotomie

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  • Indikationen: Hüftdysplasie, dysplasiebedingte Arthrose im Hüftgelenk, Morbus Perthes
  • Verfahren: Durchtrennung von Sitz-, Scham- und Darmbein plus Neuausrichtung der Beckenpfanne zum Hüftkopf

  • Heilungsdauer nach OP: erste Schritte mit Gehhilfe nach einigen Tagen, uneingeschränkt Sitzen nach 6 Wochen, Vollbelastung von Gelenk und Bein nach 3 bis 4 Monaten
  • Rehabilitation: Anschlussheilbehandlung, stationär oder teilstationär (ganztägig ambulant)

Was ist eine Triple Osteotomie?

Die Triple Osteotomie ist ein Operationsverfahren zur Behebung von krankhaften Fehlstellungen der Hüftgelenkspfanne. Bei der auch als 3D-Beckenosteotomie bezeichneten OP-Methode werden Sitzbein, Schambein und Darmbein durchtrennt. Anschließend wird das Hüftgelenk bzw. die Hüftpfanne neu ausgerichtet und fixiert. Die Operation wird vor allem bei Hüftdysplasie angewandt, kann jedoch auch bei anderen Fehlstellungen am Hüftgelenk empfohlen werden.

Wann ist eine Triple Osteotomie erforderlich?

Es gibt mehrere Indikationen, die eine Triple Osteotomie der Hüfte erforderlich machen können. Am häufigsten wird die Operation bei Vorliegen einer angeborenen oder sekundären (erworbenen) Hüftdysplasie durchgeführt. Weitere Indikationen für die Operation am Becken können Gelenkverschleiß aufgrund einer Hüftdysplasie (Dysplasiecoxarthrose) und Morbus Perthes1 sein. Auch bei femoroacetabulärem Impingement, das oft mit Leistenschmerzen einhergeht, kann eine Osteotomie angezeigt sein2. Für die Behandlung von Hüftdysplasien bzw. Fehlstellungen am Hüftgelenk gibt es, insbesondere für Kinder, auch nicht-operative Therapieoptionen.

Hüftgelenk Anschauung

Wie läuft eine Triple Osteotomie ab?

Die Operation am Hüftgelenk wurde in den 1970er Jahren vom Mediziner Tönnis entwickelt und seitdem mehrfach modifiziert. Der vereinfachte Ablauf ist wie folgt: Die Behandlung findet unter Vollnarkose statt, oft wird ein Periduralkatheter gelegt, um postoperative Schmerzen behandeln zu können.

Die OP erfolgt in drei Schritten sowie über drei verschiedene Zugänge, sodass der Patient während des Eingriffs am Gelenk gedreht werden muss.

  1. Zunächst wird das Sitzbein schräg zum Verlauf durchtrennt.
  2. Anschließend wird der Patient in Rückenlage gebracht und das Schambein durchtrennt. Oberhalb der Hüftpfanne wird nun eine Führungsschraube eingesetzt.
  3. Danach wird auch das Darmbein durchtrennt. Mithilfe einer zweiten Schraube kann das Pfannenfragment repositioniert werden.
  4. Sobald die korrekte Orientierung der Hüftpfanne zum Hüftkopf vorliegt, erfolgt die Fixierung mithilfe von Schrauben und Drähten.
  5. Abschließend werden die noch offenen Hautschnitte verschlossen.

Welche Chancen bietet die Triple Osteotomie?

Hüftdysplasie und andere Fehlstellungen der Hüfte können nicht nur Funktionseinschränkungen und Schmerzen für die Patienten bedeuten. Eine Hüftdysplasie kann auch zu Arthrose im Hüftgelenk führen3. Diese kann das Ausmaß an Schmerzen erhöhen und langfristig den Einsatz eines künstlichen Gelenks erforderlich machen. Durch die Triple Osteotomie der Hüfte können belastende Symptome reduziert werden. Darüber hinaus lässt sich der Gelenkersatz hinauszögern oder sogar komplett vermeiden.

Vorteile kann die operative Therapie am Hüftgelenk auch bei Kindern mit Morbus Perthes (Hüftkopfnekrose) bringen. In diesem Fall soll durch die Behandlung sichergestellt werden, dass der Hüftkopf in der Pfanne des Hüftgelenks gehalten wird. Dabei kann eine Dreifach-Osteotomie helfen. Je nach individueller Ausgangssituation beim betroffenen Kind stehen aber auch alternative Behandlungsmethoden zur Verfügung.

Welche Risiken und Nebenwirkungen hat eine Triple Osteotomie?

Die dreifache Beckenosteotomie ist eine Standardoperation, geht jedoch mit mehreren Risiken einher. Deshalb sollte der Eingriff am Becken immer nur nach umfassender Aufklärung sowie bei einem erfahrenen Chirurgen durchgeführt werden.

Patient wird von Therapeutin behandelt

Was ist nach einer Triple Osteotomie wichtig?

In den ersten vier bis sechs Wochen nach der Triple-Osteotomie am Becken müssen Patienten sich auf Schmerzen einstellen und dürfen das betroffene Bein nur minimal bzw. gar nicht belasten. Deshalb wird das Bein direkt nach dem Eingriff in einer speziellen Schiene gelagert.

Bereits am Tag nach der Osteotomie beginnt die Therapie in Form von Krankengymnastik. Die ersten Übungen werden noch im Liegen durchgeführt. Später ist das Aufstehen mittels Gehhilfen möglich.

Während der ersten Wochen sind Patienten nur beschränkt alltagsfähig und benötigen oft Unterstützung. So darf zum Beispiel die Hüfte auf maximal 90° gebeugt werden, längeres Sitzen ist nicht möglich und ein spezielles Sitzkissen wird benötigt.

Zudem müssen Gelenk und Muskulatur an der Hüfte durch gezielte Trainings stabilisiert und gestärkt werden. Für viele Betroffene ist eine Reha nach einer Triple Osteotomie daher sinnvoll. Sie wird meist als Anschlussheilbehandlung durchgeführt und vom Arzt der Klinik beantragt.

Wie lange dauert die Heilung nach einer Triple Osteotomie?

Wie lange man nach einer Triple-Osteotomie krank ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Die maximale Belastbarkeit des Gelenks wird oft erst nach mehreren Wochen bzw. Monaten erreicht. Der konkrete OP-Verlauf, die individuelle Disposition sowie Therapie und Behandlung nach der Hüftdysplasie-Operation bei Erwachsenen haben einen großen Einfluss.

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Warum ist eine Reha nach Triple-Osteotomie wichtig?

In vielen Fällen kann eine Reha nach Triple-Osteotomie an der Hüfte den Heilungsverlauf beschleunigen und das neu ausgerichtete Hüftgelenk schneller bzw. umfassender stabilisieren. Patienten werden zudem während der Reha über mehrere Wochen hinweg intensiv betreut. Dadurch können sie sich mehr schonen und besser auf die Regeneration fokussieren. Individuelle Rehabilitationen werden von spezialisierten Kliniken angeboten.

Außenansicht der Klinik Hellweg

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Quellenliste

1 Ziebarth, Kai et al. „Tripleosteotomie bei Morbus Perthes“, In: Operative Orthopädie und Traumatologie, Ausgabe 5/2022, Springer Medizin, DOI: https://doi.org/10.1007/s00064-022-00784-5https://www.springermedizin.de/morbus-perthes/arthrografie/tripleosteotomie-bei-morbus-perthes/23504036 (Datum des Zugriffs: 18.01.2024)

2 Fraitzl, CR. Et al. „Das femoroacetabluäre Impingement – eine häufige Ursache des Leistenschmerz beim Sportler“ In: German Journal of Sports Medicine“, Jahrgang 61, Nr. 12, 2010, https://www.germanjournalsportsmedicine.com/archive/archive-2010/heft-12/das-femoroacetabulaere-impingement-eine-haeufige-ursache-des-leistensschmerz-beim-sportler/ (Datum des Zugriffs: 18.01.2024)

3 Feßler, Christina „Ergebnisse der Tripleosteotomie bei Hüftdysplasie des Erwachsenen“, Dissertation, Ulm, 2016, S. 1, https://oparu.uni-ulm.de/xmlui/bitstream/handle/123456789/5283/Dissertation_Fessler.pdf?sequence=3&isAllowed=y(Datum des Zugriffs: 18.01.2024)

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